Runder Tisch Bayern "Sozial- und Umweltstandards bei Unternehmen"
Der Runde Tisch Bayern "Sozial- und Umweltstandards bei Unternehmen" ist Teil des Projekts Globalisierung von Sozial- und Umweltstandards.
Globalisierung bietet Chancen für Wachstum, Beschäftigung und Einkommen. Gleichzeitig können viele Menschen an den positiven Entwicklungen der Globalisierung nicht teilhaben und verfügen über keine - menschenwürdige - Arbeit. Globalisierung führt nicht von sich aus zu einer sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Entwicklung. Globalisierung bedarf insofern der aktiven politischen Gestaltung und hat dabei den stetigen Bedeutungsverlust nationalstaatlicher Regelungen und den zunehmenden Einfluss (multinationaler) Unternehmen zu berücksichtigen. Die Diskussion über die Verantwortung von Unternehmen gewinnt an Dynamik. Eine wachsende Zahl von VerbraucherInnen meidet in ihrem Konsumverhalten Unternehmen, die Sozial- und Umweltstandards nur unzureichend beachten.
Eine Veranstaltung von Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. in Kooperation mit dem Institut für Gesellschaftspolitik an der Hochschule für Philosophie (München) und der Hochschule für angewandte Wissenschaften München.
Vorankündigung: "5. Runder Tisch Bayern: Sozial- und Umweltstandards bei Unternehmen" am Fr, 12.11.2010, in München. (PDF, 48 KB)Die Veranstaltung wird gefördert von der Bayerischen Staatskanzlei und der Ev.-Luth. Kirche in Bayern.
Veranstaltungen
- 17.11.2006: 1. Runder Tisch an der Hochschule für Philosophie München
- 05.10.2007: 2. Runder Tisch an der Hochschule für Philosophie München
- 17.10.2008: 3. Runder Tisch an der Hochschule für Philosophie München
- 13.11.2009: 4. Runder Tisch an der Hochschule für Philosophie München
- 12.11.2010: 5. Runder Tisch im Bayerischen Wirtschaftsministerium München
UN-Sonderbeauftragter sieht Regelungslücke im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte
Nach Ansicht des UN-Sonderbeauftragten für Wirtschaft und Menschenrechte, John Ruggie, ist der Schutz der Menschenrechte vor negativen Auswirkungen durch multinationale Unternehmen weiterhin unzureichend. Ursächlich hierfür ist für Ruggie eine durch die Globalisierung verschärfte "Regelungslücke". Laut einem Bericht des Sonderbeauftragten, den er im Juni 2008 dem UN-Menschenrechtsrat zukommen ließ, werden unter den Rahmenbedingungen der Globalisierung unrechtmäßige Handlungen aller Art toleriert. Gleichzeitig fehlten den Betroffenen angemessene Möglichkeiten, um auf Menschenrechtsverletzungen mittels Sanktionen oder Wiedergutmachungsforderungen zu reagieren.
Bislang kranke die Debatte um Wirtschaft und Menschrechte unter anderem am Fehlen einer zuverlässigen Anlaufstelle. Zwar gebe es unzählige Initiativen, die sich dem Themenfeld widmeten. Signifikante Fortschritte gebe es aber nicht. "Die Nachzügler – Unternehmen und Staaten – können weiter unter dem Radar durchschlüpfen", so Ruggie. Ein Instrument, mit dem dieser Regelungslücke begegnet werden könnte, sind die OECD- Leitsätze für multinationale Unternehmen. Diese Leitsätze gelten als weitgehendes Instrument zur Förderung globaler Unternehmensverantwortung.
- Protect, Respect and Remedy: a Framework for Business and Human Rights. Bericht des UN-Sonderbeauftragten für Wirtschaft und Menschenrechte, vom 07.04.2008.
- Präsentation des Berichtes vor dem UN-Menschenrechtsrat, 03.06.2008.
- OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, Neufassung 2000.
- UN-Beauftragter kritisiert Anwendung der OECD-Leitsätze. Pressemitteilung von Germanwatch, 03.06.2008
- UN-Beauftragter kritisiert Anwendung der OECD-Leitsätze. Germanwatch-Hintergrundpapier, Juni 2008
Bundesweites Internetportal zu CSR
Als weiteren Schritt zur Entwicklung einer nationalen Strategie zur unternehmerischen Verantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) bietet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ein Internetportal www.csr-in-deutschland.de. Die Website soll unter dem Leitbegriff "UnternehmensWerte" das bestehende Engagement in Deutschland sichtbar machen und bündeln. Das Online-Angebot informiert dazu über CSR-Grundlagen, internationale Leitsätze sowie über Handlungsfelder und Aktivitäten der Bundesregierung. Grundlage der Informationen sind unter anderem die Ergebnisse der Konferenz "Unternehmen in Verantwortung – Ein Gewinn für alle", die im April 2008 stattfand.
ISO 26000
Die Verhandlungen über einen internationalen Leitfaden für die soziale Verantwortung von Organisationen sind in eine neue Runde gegangen. In der seit 2005 diskutierten Norm ISO 26000 sollen bereits existierende Standards aus dem Bereich Corporate Social Responsibility unter einem Dach zusammengeführt werden. EineWelt-Organisationen halten den aktuellen Entwurf der ISO 26000 für dringend ergänzungsbedürftig.
